Das Fazit gleich zu Beginn: Diese Wanderfahrt war einfach toll! Perfekt organisiert, abwechslungsreiche Ruderstrecken, eine sympathische, vergnügte Gruppe und auch das Wetter spielte (fast) immer mit.
Und nun der Reihe nach:
1. Tag: Die Weite des Bodensees erleben (von Kreuzlingen nach Romanshorn und zurück)
Wir treffen uns beim Ruderclub Kreuzlingen; die meisten sind mit der Bahn gereist und haben unterwegs schon geplaudert und gelacht. Hermann erwartet uns, er hat die Boote (Castor, Aurora und Babu) von Thalwil nach Kreuzlingen gebracht. Wir laden zügig ab und riggern die Boote auf, doch der Ruderstart verzögert sich, da wir im dichten Nebel nicht gleich losfahren wollen. Wir werden noch feststellen, dass der Nebel am Bodensee ein ständiges Thema ist…
Sobald die Sicht etwas besser wird, legen wir los, dem Seeufer entlang nach Romanshorn. Wir rudern in Ufernähe, doch der Bodensee zeigt auch so seine grosszügige Weite, - ganz anders als unser schmaler Zürisee. In Romanshorn legen wir am Kiesstrand bei der (geschlossenen) Badi an. Die Kioskbetreiberinnen haben ein feines Mittagessen für uns vorbereitet. Gerade rechtzeitig setzt sich die Sonne durch und wir geniessen Salate und Bratwürste mit Blick auf den See. Auf der Rückfahrt nach Kreuzlingen sind dann die Dörfer, Wälder und Landwirtschaftsgebiete gut sichtbar.
Von Kreuzlingen bringt uns die Thurbo-Bahn nach Tägerwilen-Gottlieben. Einige besonders durstige Ruderinnen und Ruderer genehmigen sich in Gottlieben einen Apéro, die andern treffen sich erst zum Nachtessen im Hotel Ochsen. Auf jeden Fall geniessen wir alle die Entspannung nach dem ersten Rudertag.
2. Tag: Vielseitige Aus- und Einblicke (von Kreuzligen nach Überlingen und zurück)
Auch am Freitagmorgen liegt dichter Nebel über dem Bodensee. Wir wagen uns erst aufs Wasser, nachdem die Landspitze von Petershausen sichtbar wird. Dann rudern wir zügig zur malerischen Insel Mainau, die Sicht wird zunehmend besser. Wir überqueren den See zum Pfahlbaumuseum, ein eindrücklicher Anblick.
Weiter geht es nach Überlingen, wo wir beim Ruderclub anlegen. Zum Mittagessen sind wir im Restaurant «Keller Werft»: Durch eine riesige Glasscheibe sehen wir direkt in die Boots-Werkstatt hinein. Auf dem Rückweg nach Kreuzlingen wird es so richtig warm und der Bootsverkehr nimmt zu.
Vor dem Nachtessen spazieren wir durch das malerische Dorf Gottlieben und lassen uns dann im Restaurant Krone verwöhnen.
3. Tag: Vom Nebel in die Sonne (von Kreuzlingen via Radolfzell nach Steckborn)
Auch an diesem Morgen liegt dichter Nebel über dem Bodensee. Wir wagen uns dennoch gleich aufs Wasser, denn heute rudern wir in Ufernähe nach Konstanz und weiter auf dem Seerhein in den Untersee. Der Nebel sorgt für eine geheimnisvolle, fast mystische Stimmung und vor den Schilfgürteln versammeln sich zahllose Schwäne.
Doch auch diesmal setzt sich die Sonne durch. Ein schmaler Durchstich vom Unter- in den Gnadensee sorgt für Abwechslung und ein eigenartiger Fisch für Lachanfälle: Mehrmals stellt er sich tot und schnellt dann wie verrückt davon.
In Radolfzell steigen wir etwas wacklig aus, von der langen Fahrt schmerzen die Hintern. Nach der Picknickpause rudern wir auf direktem Weg nach Steckborn; inzwischen sind sehr viele Boote unterwegs, der Himmel strahlend sonnig. Unsere Boote können wir diesmal beim Ruderclub Steckborn deponieren, bevor wir zurück ins Hotel fahren.
4. Tag: Abschluss mit Herausforderungen (von Steckborn nach Schaffhausen)
Der letzte Tag hats in sich. Als wir in Steckborn ankommen, beginnt unerwartet ein heftiger Sturm. Unsere Steckborner Kolleg:innen kommen fluchtartig vom See ans Land zurück und wir warten im Clubhaus, bis sich der Wind einigermassen legt. Vor dem Ablegen werden wir über die Flussfahrt informiert: Strömung, Kursschiffe, Fahrordnung und die heimtückischen Wiffen, - klingt ziemlich gefährlich. Zum Glück weist Astrid doch noch darauf hin, dass diese Strecke landschaftlich besonders schön ist! Und tatsächlich: Die Fahrt durch Stein am Rhein und anschliessend auf dem Rhein sind phantastisch.
Zuerst eine malerische Altstadt und anschliessend wunderschöne Flussufer mit Auenwald. Das Rudern auf dem Fluss fordert jedoch höchste Aufmerksamkeit. Luz, Astrid und Heiner steuern uns sicher durch diese Etappe und lassen sich auch durch die heftigen Wellen eines Kursschiffes nicht gross beeindrucken.
Nach einem üppigen Menu im Badi-Restaurant Diessenhofen rudern wir zum Clubhaus von Schaffhausen. Dort erwarte uns die letzte Herausforderung: Anlegen, gegen die Strömung, ungewohnt und nicht gerade einfach. Nun bleibt nur noch Boote abriggern, aufladen und vor der Heimfahrt noch im Clubhaus anstossen…
Und zum Schluss das Wichtigste: Ein riesengrosses, herzliches DANKESCHÖN an das Organisationsteam Astrid, Daniela, Antonia, Stefan und Heiko. Ihr habt wirklich einen super Job gemacht!
Text: Judith Egloff