Rösticup

Die Trennung zwischen der Romandie und der Deutsch-Schweiz ist trotz vieler Versuche noch immer spürbar (auch bekannt als „Röstigraben“). So geschah es, dass der Ruderclub Vevey sich erstmals im Jahr 2017 entschied den sogenannten „RöstiCup“ zu erfinden. Der „RöstiCup“ sollte die Vernichtung des „Röstigraben“ symbolisieren, wobei dieser sich aus genau diesem Grund auch auf dem Ort der Trennung, auf der Saane bzw. dem Schiffenensee stattfindet. Der „RöstiCup“ wird in 8+ gerudert, über eine gesamt Strecke von 6.5 km. Diese Regatta wird in den Kategorien Junioren, Senioren und Masters bekämpft und ist sogar offen für Frau- und Männermannschaften.

Unser Tag fing schon früh um 8:00 im RCT statt. Hier trafen wir uns und machten uns gemeinsam mit dem Clubbus auf den Weg in Richtung „RöstiCup“. Leider waren wir nur fünf U19, da drei Personen von unserem 8+ Krank waren und demzufolge nicht rudern konnten. Trotz dessen war es Fabian Freimann, unserem Trainer, möglich von einem anderen Club aus der Romandie drei Ersatze zu finden. Motiviert kamen wir nach etwa 2.5h am „RöstiCup“ in Fribourg an. Unsere ersten Gedanken waren: „Wer sind unsere drei Ersatz Personen von der Romandie? Sind sie gut im Rudern? Verstehen sie Deutsch?“ Wir stellten uns endlose Fragen zu den Dreien, die Teil unseres 8+ werden sollten. Als wir sie endlich trafen war ich fasziniert, sie konnten nicht nur gut Deutsch, sondern auch exzellent Englisch und machten uns so die Kommunikation in unserem Boot einfach. Nicht nur ihre sprachlichen Talente waren zu erkennen, sondern auch ihre physischen Fähigkeiten kamen auf dem Wasser deutlich zum Vorschein. Zuerst mussten wir noch unseren 8+ anrigern, dies ging jedoch mit der Hilfe von der ganzen Mannschaft ziemlich schnell. Somit konnten wir endlich aufs Wasser. Nach einer kurzen Runde auf dem Wasser von ungefähr 30min kamen wir schon wieder zurück, denn dies war nur eine kurze „Auf-Wärm-Runde“. Wir genossen noch unser Mittag essen und bereiteten uns Mental auf das Rennen vor. Hierbei freundeten wir uns auch immer mehr mit dem Romandie-Teil unseres Schiffs an. Schliesslich war es Zeit für das Rennen. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie motiviert wir alle waren unser Bestes zu geben. Als ich das „Attention…GO“ hörte war das Boot voller Fokus. Wir alle versuchten jeden einzelnen Schlag zu perfektionieren. So schnell das Rennen anfing, war es auch schon wieder vorbei. Am Schluss angekommen wussten wir, dass wir ein gutes Rennen gefahren hatten, vor allem mit einer Mannschaft, die im ersten Mal zusammen fuhr. Nach dem Rennen machten wir noch ein bequemes Ausrudern und gingen wieder an Land. Zuletzt rigerten wir unseren 8+ nochmals ab, befestigen ihn am Hänger und machten uns zufrieden wieder auf den Weg nach Hause.

Insgesamt war dies einer der besten Regatten an denen ich je teilgenommen habe. Dies nicht nur wegen der Leistung unseres Bootes, aber auch wegen der drei neuen Freunde die ich gemacht habe. Für mich zeigte mir der RöstiCup bzw. die Erfahrung mit einer Mannschaft von beiden Seiten, dass es wahrlich keine Barriere mehr gibt zwischen der Romandie und der Deutsch-Schweiz.

 Alexander Schön