Vier Meistertitel für den aufstrebenden Ruderclub Thalwil

Mit 900 Teilnehmern und 600 Booten schreiben die Ruder-SM 2016 auf dem Rotsee Geschichte als grösste je ausgetragene Meisterschaften. Mit achtzehn Teilnehmern in sämtlichen Alterskategorien war der RCT so gut vertreten wie schon lange nicht mehr. Und selbst der Trainer Pascal Ludwig holte sich eine Medaille.

Ladies first: Ein lang ersehnter Meistertitel für die U19-Mädchen

Samira Benli, Friederike Brombach, Charlotte Brombach und Robin Petertil (Küsnacht) kontrollierten ihre Konkurrentinnen im U19 Doppelvierer auf eindrückliche Art und Weise. Das Zürichsee-Quartett rudert kraftvoll und in perfektem Stil. Mit vier Sekunden Vorsprung sicherten sich die vier motivierten Mädchen unter lautstarker Unterstützung der Thalwiler Schlachtenbummler einen wohl verdienten Sieg. Während der Siegerehrung flossen Freudentränen beim Team wie auch beim Chef Leistungssport Andreas Brander und dem Presseverantwortlichen Reto Bussmann.

Ina Schreiber: Ein Name, den man sich merken muss

Die erst 15-Jährige rudert nicht nur auf dem Ergometer sehr stark, sondern ist auch auf dem Wasser ein sicherer Wert. Neben mässigem Erfolg im Doppelzweier war sie bei den U17 Juniorinnen im Doppelvierer im Einsatz. Ina Schreiber holte sich mit der Rgm. Küsnacht/Rapperswil/Thalwil den Schweizer Meistertitel im U17 Doppelvierer und bestätigt ihr Talent.

Zwei Masters bereiten grosse Freude

Die beiden 29-jährigen Stefan Freiburghaus und Matthias Widmer verspürten diese Saison einen zweiten Frühling und trainierten sehr hart. Bei den Masters A (27 bis 35 Jahre alt) starteten sie am Samstag im Doppelzweier und überraschten mit einem äusserst knappen Sieg. Die Freude war umso grösser, weil sie die Gegner vom Ruderclub Zürich diese Saison erstmals geschlagen haben. Im Einer stand Freiburghaus am Sonntag in den Morgenstunden nochmals am Start und siegte gleich ein zweites Mal. Welch ein triumphales Comeback.

Dimitri Weitnauer wird Vizemeister im schweren Doppelvierer

Zur Flut von Thalwiler Erfolgen ist auch der zweite Rang des Thalwiler Routiniers Dimitri Weitnauer sehr hoch einzustufen. Nach vier Jahren Wettkampfpause reüssierte er diese Saison zusammen mit drei Kameraden vom Seeclub Zürich und RC Uster im Elite-Doppelvierer. Nach einem sicheren Vorlaufsieg mit Bestzeit aller elf Boote führten die Zürcher während dem ganzen Rennen mit bis zu zwei Längen Vorsprung. Doch fünfzig Meter vor der Ziellinie wurden sie von Lausanne Sport überspurtet und um winzige 36 Hundertstel geschlagen. Eine bittere Pille, doch die Freude an der Silbermedaille ist trotzdem gross. Am nächsten Wochenende vertreten die Vier die Schweiz an der Royal Henley Regatta auf der Themse.

Pascal Ryser und Pascal Ludwig werden Vizemeister im Doppelzweier    

Der Thalwiler Profitrainer Pascal Ludwig liess sich von seinem Schützling Pascal Ryser dazu motivieren, im leichten Doppelzweier zu starten. Nach einem spannenden Vorlauf und dem zweiten Platz starteten sie mit viel Selbstbewusstsein ins Finale. Überraschend hat es der Thalwiler Michel Wälti mit seinem Partner aus Uster ebenfalls in den Final geschafft. Ryser/Ludwig starteten verhalten und hofften auf ihre starken zweiten tausend Meter. Von hinten holten sie das Feld auf und schliesslich waren es nur noch die Stansstader, welche die Bootsspitze schneller über das Ziel brachten. Michel Wälti wurde im A-Final Sechster.

Weil Pascal Ryser vor dem Start zum Leichtgewichtseiner vierhundert Gramm zu schwer war – das Maximalgewicht ist 72,5kg – musste er vor der Regatta mit joggen und schwitzen Gewicht verlieren, was natürlich Energie brauchte. Im Rennen gelang ihm der fünfte Platz, doch hinter Gegnern, die in Rio de Janeiro starten, ist dies ein hervorragendes Ergebnis. Ryser wurde übrigens für die U23-Weltmeisterschaften in Rotterdam im leichten Vierer-ohne selektioniert – mit Pascal Ludwig als deren Trainer.

Jérôme Schmid verpasst im Einer den Final

Für den 19-jährigen Jérôme Schmid, der sich übrigens zusammen mit Michel Wälti für die Studenten-Europameisterschaften in Zagreb qualifiziert hat, bedeutete der Vorlauf im schweren Skiff Endstation. Gegen übermächtige Gegner musste er sich mit dem fünften Rang zufriedengeben.

Starker Nachwuchs

Sam Amstutz erzielte im Doppelvierer U19 einen guten vierten Rang, Eric Schreiber kämpfte bei den U17 im Einer und im Doppelvierer tapfer mit und absolvierte mit Vorläufen, Halbfinals und Finals gleich fünf Rennen. Erfreulich war auch der Sieg im kleinen Final von Nathaniel Bello und Benjamin d’Uscio im U15-Doppelzweier. Yannic Hostettler mit Eric Grassi im U15-Doppelzweier, Elisa d’Uscio im U17 Skiff sowie Bello/d’Uscio/Furler/Grassi im U15 Doppelvierer genossen es, einmal auf dem göttlichen, weltberühmten Rotsee gerudert zu haben und hoffen, dass sie nächstes Jahr von diesen Erinnerungen zehren und ihre Leistungen verbessern können.

Tolle SM-Feier mit zwei Bootstaufen

Im Anschluss an die Meisterschaften trafen sich über siebzig Clubmitglieder im Bootshaus zur legendären SM-Feier. Bevor die erfolgreichen Leistungssportler beklatscht wurden, haben Friederike Brombach und Ina Schreiber auf souveräne Art die beiden neuen Rennboote auf die nicht alltäglichen Bootsnamen «Super Saiyajin» (Filippi Einer) und «Beastmode» (WM-Doppelzweier) getauft, was dem ganzen Anlass eine besonders schöne Note verlieh.

Reto Bussmann