Copes und Ryser bereiten sich für die U23-WM vor

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Die beiden jungen Thalwiler Ruderer Linus Copes und Pascal Ryser sind stolz und glücklich, dass sie die Selektion für die Ende Juli stattfindenden U23-Weltmeisterschaften in Sarasota (Florida) geschafft haben. Die beiden ambitionierten Thalwiler rudern zusammen mit Scott Bärlocher (RC Baden) und Kai Schätzle (RC Luzern) im schweren Doppelvierer und fühlen sich in diesem Team wohl. Copes wurde als Schlagmann bestimmt, Ryser sitzt am Bug. 

Nachdem Ryser sich dazu entschieden hat, dem Leichtgewichtsrudern den Rücken zu kehren, wiegt er nun 82kg, genau gleich viel wie Copes, und muss sich nicht mehr auf lästige Diät halten und vor jedem Rennen kontrollieren, ob er die geforderten 72kg als Leichtgewichtsruderer nicht übersteigt. Sich gesund ernähren ist jedoch für jeden Spitzenruderer das A und O, denn 70% der Leistung beruht auf ausgewogene Ernährung und nur 30% auf Sport. Auf der Spitze der Ernährungspyramide liegt sogar ein kleines Stück Schokolade drin.

Vor den Schweizer Meisterschaften, die am 5.-7. Juli 2019 auf dem Rotsee stattfinden werden, trainieren die U23-Ruderer fünfmal pro Woche und rudern etwa 180 Kilometer auf dem Wasser. Dazu kommt Kraft- und Alternativtraining. Die Benützung des Ergometers ist momentan nur zum Aufwärmen angesagt. Nach den Schweizer Meisterschaften folgt ein dreiwöchiges Trainingslager in Sarnen unter Betreuung des Verbandstrainers Marty Aitken. Aitken, der in den Neunzigerjahren den Thalwiler Michael Erdlen trainierte und Xeno Müller zu Olympia-Gold verhalf. Nach der harten Vorbereitungszeit in Sarnen folgen vom 24.-28. Juli 2019 die U23-Weltmeisterschaften in Sarasota-Bradenton. Ihr Ziel ist das Erreichen des A-Finals und die Hoffnung auf einen Medaillengewinn dürfen sie leben. Da die Schweizer noch nicht genau wissen, wie stark die Neuseeländer, Australier und Amerikaner sind, die 2019 in Europa nicht am Start waren, ist eine Einschätzung schwierig. Ryser und Copes sind stolz, dass sie kürzlich bereits die Boote aus Deutschland, Moldawien und Tschechien schlagen konnten. Vorläufig stehen der Fokus und die volle Konzentration auf diesen U23-WM. Weitere Ziele wie Elite-WM in Linz, U23-EM in Ioannina, geschweige denn Olympische Spiele 2020 in Tokyo und 2024 in Paris, werden momentan nicht thematisiert. Der Traum, einmal ein Olympionike zu sein, ist bei beiden Thalwilern im Herzen. 

Dass das Leben im Rudersport als Vollprofi nicht einfach ist, wissen alle Ruderer. Ihre Sportart gehört zu den Randsportarten, deshalb ist es relativ schwierig, einen privaten Sponsor zu finden. Ryser und Copes leben aus dem Portemonnaie ihrer Eltern und von Unterstützungsbeiträgen von der Sporthilfe. Nach wie vor sind sie auf Acquisition nach privaten Geldgebern und hoffen, bald fündig zu werden.

An den Schweizer Meisterschaften tragen Pascal Ryser und Linus Copes mit Stolz die Clubfarben des RCT und sind genügend motiviert, im Doppelvierer, zusammen mit Andreas Brander und Brennan Bates, sowie im prestigeträchtigen Achter ihrer starken Gegnerschaft Paroli zu bieten.

Text & Foto: Reto Bussmann  

Der Thalwiler Achter fährt mit viel Elan

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Die nationale Ruderregatta auf dem Sarnersee über das Pfingstwochenende verzeichnete mit über 1400 Booten ein sehr gutes Meldeergebnis. Alle Rennen konnten bei fairen Bedingungen durchgeführt werden. Am Samstag mussten die Regattierenden bei sommerlichem Wetter zwar mit etwas Wellen rudern und gegen eine satte Bise kämpfen, doch am Sonntag war der Sarnersee bei leichtem Regen spiegelglatt. 

Der Ruderclub Thalwil war mit einer grossen Equipe am Start und hat einige schöne Erfolge erzielt. In der Kategorie Einer Elite Frauen setzte Ladina Meier mit ihrem Sieg ein klares Zeichen, dass sie Ambitionen auf grosse Erfolge hat und dass sie nach ihrer Verletzungspause wieder topfit ist. Im Doppelzweier klassierte sie sich zusammen mit Aline Schwyzer an beiden Renntagen auf dem hervorragenden 2. Rang hinter Frankfurt. Ebenfalls Zweite wurde Aline Schwyzer im leichten Einer hinter einer Luganesin. Die Zeit von über 10 Minuten über die 2000 Meter zeigt, dass gegen eine besonders starke Bise gekämpft werden musste. Am Sonntag resultierten ähnliche Resultate, nur waren die Boote bei viel weniger Wind über eine Minute schneller im Ziel. Der Frauen-Doppelvierer mit Marie Battistolo / Zara Vance / Friederike Brombach / Aline Schwyzer belegte gegen starke Gegnerinnen den guten 4. Platz. Nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung waren Sam Amstutz, Matthew Wang, Luca Nadig und Martin Arbter im Vierer-ohne. Sie wurden am Samstag wie am Sonntag lediglich Fünfte. Dafür siegte der Ruderclub Thalwil im Doppelvierer mit Matthew Wang, Brennan Bates, Andreas Brander und Luca Nadig. Ein Höhepunkt für die Thalwiler war das Rennen im Achter der Elite. Sam Amstutz, Matthew Wang, Pascal Ryser, Linus Copes, Brennan Bates, Andreas Brander, Luca Nadig, Martin Arbter unter dem Kommando von Aline Schwyzer waren hochkonzentriert vor und während dem Rennen. Gegen den Seeclub Zürich, der das Rennen mit sechs Sekunden Vorsprung gewann, war kein Kraut gewachsen. Doch der Grasshopper-Club wäre fast zu schlagen gewesen. Zwei Sekunden Rückstand des RCT auf GC sind akzeptabel und lassen die Thalwiler weiter von den Schweizer Meisterschaften träumen. Jedenfalls ist der Kampfgeist da.

Text & Foto: Reto Bussmann


Zufriedene Thalwiler Ruderer an den Europameisterschaften

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Bei strahlendem Sonnenschein und hervorragenden Bedingungen konnten auf dem Rotsee bei Luzern vom 31. Mai bis 2. Juni 2019 die European Rowing Championships durchgeführt werden. Dank tadelloser Organisation begegnete man an den Gestaden des Göttersees nur glücklichen Gesichtern. Tausende von Fans aus Griechenland bis Irland und aus Portugal bis Moldawien säumten die Ufer. Die elf Schweizerboote profitierten vom Heimvorteil und den zahlreichen Schweizer Schlachtenbummlern mit ihren Kuhglocken, die zu Höchstleistungen animierten.

Schliesslich erkämpften sich die Schweizer drei EM-Medaillen. Eine Goldmedaille verpassten Roman Röösli und Barnabé Delarze im schweren Doppelzweier um neun Hundertstelsekunden gegen Polen. Im schweren Frauen-Einer musste sich Jeannine Gmelin ebenfalls mit Silber begnügen. Sie wurde nur von der amtierenden Weltmeisterin Sanita Puspure aus Irland geschlagen. Eine Bronzemedaille gewonnen haben Frédérique Rol und Patricia Merz im leichten Doppelzweier. 

Für den U23-Doppelvierer mit Linus Copes (Thalwil), Scott Bärlocher (Baden), Kai Schätzle (Luzern) und Pascal Ryser (Thalwil) galt es in erster Linie Erfahrung bei der Elite zu sammeln. Ziel war es sich unter den 14 Booten mindestens einen Platz im B-Final zu erkämpfen und eine möglichst gute Zeit zu fahren. Im Vorlauf benötigte man einen 3. Rang zur direkten Halbfinalqualifikation. Diesen verpassten die Schweizer hinter Italien, Russland und Frankreich klar. Im Hoffnungslauf realisierten die Schweizer den notwendigen 3. Platz in einem sehr ausgeglichenen Feld. Estland, Litauen, die Schweiz, Moldawien und Tschechien klassierten sich innerhalb von drei Sekunden! Im Halbfinal mussten sie sich mit dem 6. Rang begnügen, was die Bestreitung des B-Finals bedeutete. Viele Schweizer Fans staunten, dass ihre Jungmannschaft mit dem Feld mithalten konnte und schliesslich mit einem Rückstand von lediglich acht Sekunden den 12. Schlussrang erreichte. Pascal Ryser zeigte sich hoch erfreut, dass sie es geschafft haben im Kleinen Final eine ansprechende Leistung zu zeigen.

Die detaillierten Resultate entnehme man der Website:

http://www.worldrowing.com/events/2019-european-rowing-championships

Nächste Woche steht die nationale Regatta in Sarnen auf dem Regattakalender. Interessant wird dort am Sonntag bestimmt das Achterrennen der Elite, wo unter anderem der Thalwiler-Achter mit Ryser und Copes im Boot starten wird.

Text & Foto: Reto Bussmann 

Ruderregatta Cham vom 25./26. Mai 2019 

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Fast 1200 Boote starteten am Wochenende vom 25./26. Mai 2019 an der nationalen Ruderregatta in Cham. Der Zugersee bot faire Wasserbedingungen und angenehmes Ruderwetter, abgesehen vom Samstagnachmittag, als wegen einer Gewitterwarnung die Regatta zweimal kurz unterbrochen werden musste.

Der Ruderclub Thalwil war in verschiedenen Kategorien am Start und kehrte mit einigen verdienten Medaillen zurück. Nach eher verhaltenen Rennen im Doppelzweier und im Zweier-ohne rehabilitierten sich Sam Amstutz, Matthew Wang, Luca Nadig und Martin Arbter im ungesteuerten Vierer bei der Elite. Am Samstag siegte das Quartett vom RCT mit einem souveränen Sieg über Belvoir und Seeclub Luzern, während es am Sonntag nur von den Grasshoppers geschlagen wurde. Bei den Frauen brillierten einmal mehr Aline Schwyzer und Marie Battistolo im leichten Elite-Doppelzweier. Das harmonische Duo verausgabte sich für den Sieg derart, dass es anschliessend ärztliche Unterstützung benötigte. Folglich verzichtete Battistolo am Sonntag auf einen Start, während Aline Schwyzer im leichten Einer ein beherztes Rennen zeigte. Nach einem grossartigen Endspurt fehlten ihr im Ziel nur gerade fünf Hundertstelsekunden hinter Morges für einen weiteren Sieg. 

Im Bereich der Junioren U19 holten sich Simon Andermatt, Benjamin d’Uscio, Tobias Schuler und Elias d’Uscio im Doppelvierer hinter Sempach und Strassburg den 3. Platz. Freude herrschte im Lager der U17-Junioren. Nach einem Sieg von Joël Hostettler/Nicolas Mathews im Doppelzweier liessen sie zusammen mit Benjamin Baur und Andrin Andermatt im Doppelvierer einen weiteren Sieg folgen. Die Freude über die gewonnenen Medaillen waren ihnen ins Gesicht geschrieben. Ebenso freuten sich ihre stolzen Eltern. Die U15-Junioren benötigen noch etwas Geduld und sammeln an den Regatten an Erfahrung.

Nach den Europameisterschaften auf dem Rotsee vom folgenden Wochenende, wo die Crème de la Crème starten wird, folgt eine Woche darauf die Ruderregatta in Sarnen.

Text: Reto Bussmann